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Die fünf Finalisten des Fashion Council Germany Mentoring Programm stehen fest. Für mich sind alle Sieger (c) Farrah Floyd

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Als ich während der Fashion Week beim Berliner Mode Salon war, war ich sprachlos, wie viele junge deutsche Designer nachhaltig arbeiten, ohne das an die große Glocke zu hängen. In Gesprächen mit Tim Labenda, Malaika Raiss und einigen weiteren Berliner Designern habe ich erfahren, dass faire Produktionsweisen und Rücksicht auf die Umwelt für sie selbstverständlich sind. Genauso selbstverständlich, dass sie sich nicht das Öko-Etikett an ihre fantastische High-Fashion-Kollektion hängen. Denn warum auch immer: „Eco“ und „nachhaltig“ ist in den Köpfen der breiten Masse zwar positiv besetzt. Geht es aber um die Mode, so haben viele Konsumenten immer noch die viel beschriebenen – gäähhhn, ich kann es kaum noch hören, geschweige denn glauben – Jute-Looks vor Augen.

Nachhaltige High Fashion braucht jede Menge Rampenlicht

Dementsprechend großartig finde ich das Mentoring-Programm für nachhaltig arbeitende Berliner Designer, das der Fashion Council Germany gemeinsam mit der Berliner Senatsverwaltung und der Messe Frankfurt, ins Leben gerufen hat. Der Startschuss fiel im April 2017. Ganze 21 Berliner Designerinnen und Designer haben sich auf das 6-monatige Mentoring-Programm beworben, das gezielte Coachings und Workshops sowie eine Teilnahme beim Greenshowroom im Juli 2017 beinhaltet.

Fashion Council Germany Mentoring Programm – die Finalisten im Porträt

Benu Berlin, Farrah Floyd, Maqu, Philomena Zanetti und Schmidttakahashi haben sich in einer zweiten Bewerbungsrunde vor der hochkarätigen Jury aus nationalen Nachhaltigkeits- und Designexperten beweisen müssen. Gewonnen haben Philomena Zanetti und Benu Berlin. Aber auch die anderen haben so großartige Projekte am Start, dass ich die fünf Finalisten kurz vorstellen möchte.

Benu Berlin x Fashion Council Germany Mentoring Programm

Karen Jessen hat an der Esmod Berlin Mode studiert. 2012 gründete sie ihr Label Benu Berlin und schafft seither aus Upcycling-Produkten und Überproduktionen dank ihrer ganz besonderen Verarbeitungstechniken und speziellen Stoffbearbeitungen tragbare Kunstwerke. Ihr Credo: Make love not fashion. Produktionsort ihrer unverwechselbaren High-End-Kollektionen: die Benu Ranch in Berlin. Weitere Infos zu Benu Berlin gibt’s hier

Farrah Floyd x Fashion Council Germany Mentoring Programm

Designerin Bojana Draca hat ihr Label Farrah Floyd 2014 noch während ihres Sustainability-Master-Studiums an der Esmod Berlin gegründet. Ihr Ansatz: Statt an den Schwierigkeiten, die die Arbeit mit nachhaltiger Mode mit sich bringt zu scheitern, möchte sie genau daran wachsen. Bojana Draca verzichtet bei ihren Designs vollständig auf Saisons, arbeitet mit innovativen und zertifizierten Materialien und produziert in Europa. Dabei verfolgt sie den Zero-Waste-Ansatz. Und wer ist eigentlich Farrah Floyd? Die hat sich die Designerin ausgedacht – aber mit bestimmten Charakterzügen belegt. Denn Farrah Floyd steht für starke Frauen, die keine Angst vor Veränderung haben. Weitere Infos zu Farrah Floyd gibt’s hier

Maqu x Fashion Council Germany Mentoring Programm

Inspiriert von ihrer Großmutter in Lima, hat die aus Peru stammende Designerin Marisa Fuentes Prado Modedesign studiert und wurde 2013 Teil des Design-Teams ihres Fashion-Idols Henrik Vibskov in Kopenhagen. 2015 kam in Berlin ihre erste Kollektion, aus innovativen Materialien und mit nachhaltigen Herstellungsmethoden auf den Markt. 2016 gründete sie das Maqu Green Project (Maqu ist übrigens ihr Spitzname in der Familie) und arbeitet seither für ihre zeitlose Avantgarde-Mode ausschließlich mit Unternehmen und Zulieferern, die ihr persönlich bekannt sind, um sicherzustellen, dass ihr hoher Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit gewahrt werden kann. Weitere Infos zu Maqu gibt’s hier

Philomena Zanetti x Fashion Council Germany Mentoring Programm

Das High-Fashion-Label Philomena Zanetti, bzw. Designerin Julia Leifert, dürfte dem passionierten Fashion-Week-Besucher ein Begriff sein, zeigt die Wahl-Berlinerin doch seit einigen Saisons ihre wunderbar cleanen High-Fashion-Kollektionen während der Mercedes-Benz Fashion Week im Stage im me Collector’s Room. Die bekennende Veganerin arbeitet ausschließlich mit Naturfasern und produziert in Europa. Direkt zu Philomena Zanetti geht’s hier. Alle Infos gibt’s (ja, ich bin schon lange ein Fan!) in meinem ausführlichen Label-Porträt

Schmidttakahashi x Fashion Council Germany Mentoring Programm

Das Berliner Label stellt seit 2010 aus ausrangierten Kleidungsstücken neue Lieblingsstücke mit Geschichte her. Damit reduzieren Eugenie Schmidt und Mariko Takahashi nicht nur die enormen Altkleiderberge ein wenig. Die beiden Weißensee-Absolventinnen sorgen auch dafür, dass Kleidungsstücke mehr wertgeschätzt werden, dass Altkleider ihr schlechtes Image aufpolieren können. Dazu hat Schmidttakahashi sogar eigene Kleidungs-Container entworfen, die zum Sammeln eingesetzt werden. Die gesammelte/gespendete Kleidung wird registriert, gründlich gereinigt, auseinander genommen, zu einem kunstvollen Unikat neu zusammengesetzt und mit einer ID bzw. einem QR-Code versehen, der dafür sorgt, dass das Teil nicht mehr aus den Augen verloren wird. Online kann der ehemalige Besitzer die Geschichte des Kleidungsstückes erzählen. Der neue Eigentümer kann kommentieren. Das große Ziel ist erreicht, wenn die Schmidttakahashi-Kreationen am Ende ihres Lebenszyklus wieder bei den beiden abgegeben werden und wieder neues Leben eingehaucht bekommen können… Weitere Infos gibt’s hier

2 thoughts on “Fashion Council Germany Mentoring Programm 2017

    • Liebe Jasmin, das weiß ich leider nicht. Die Programme sind ja auf eine längere Laufzeit ausgelegt, so dass es schon sein kann, dass es nicht jedes Jahr eine neue Ausschreibung geben wird. Eine definitive Antwort bekommst Du sicher beim Fashion Council direkt: office@fashion-council-germany.org Herzliche Grüße, *mirjam

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