GREEN Lexikon

A

Ananasleder / Pinatex

Schuhe, Taschen, Gürtel, Autositze: Wer Tierleder vermeiden möchte, hat mit Ananasleder eine neue vegane Alternative. Die spanische Designerin Carmen Hijosa entwickelte mit ihrem Startup "Ananas Anam" ein Verfahren, das Ananasblätter – die bei der Ernte als Abfallprodukt übrig bleiben – in einen nichtgewobenen Textilstoff umwandelt, der ähnlich aussieht und ebenso stabil ist wie tierisches Leder. Kleine Designer wie Maravilla Bags (Mallorca) haben bereits Ananasleder-Taschen im Sortiment. Puma und Camper experimentieren mit Prototypen. ananas-anam.com

B

Better Cotton Initiative (BCI)

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Die gemeinnützige Organisation möchte Umwelt- und Sozialbedingungen beim Anbau von Baumwolle verbessern. Die Baumwollproduzenten, die dieses Siegel tragen möchten, müssen zum Einstieg genau festgeschriebene Kriterien erfüllen. Fortlaufende Verbesserungen und die Erfüllung weiterer Anforderungen müssen sichergestellt sein. Die Anforderungen variieren je nachdem, ob es sich um Kleinbauern oder XL-Plantagen handelt. Das Siegel erscheint nicht auf den fertigen Produkten. bettercotton.org


Biobaumwolle / Organic Cotton

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Circa 25 Prozent der weltweit verwendeten Insektizide und elf Prozent der Pestizide entfallen allein auf die Baumwollproduktion. Auch der Wasserverbrauch ist mit einem Kubikmeter Wasser pro Kilogramm Baumwollfasern extrem hoch. Zahlreiche Siegel und Zertifikate haben die Produktion von Biobaumwolle zwar nicht unbedingt transparenter gemacht. Aktuell sorgt die Produktion von Biobaumwolle jedoch dafür, dass es keine Kinderarbeit auf den jeweiligen Bio-Plantagen gibt, dass auf den bislang nicht unerheblichen Einsatz von Pestiziden verzichtet wird und dass die Biobaumwollbauern faiere Preise erhalten. Leider ist der Anteil von Biobaumwolle (organic cotton) mit 1 bis 2 Prozent der weltweiten Baumwollproduktion immer noch verschwindend gering (aktuelle Zahlen auf organicexchange.org).


Blauer Engel

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Mit dem Blauen Engel hat sozusagen alles angefangen. Die dienstälteste Zertifizierung für Produkte und Dienstleistungen im Umweltsektor wurde 1978 auf Initiative des Bundesministeriums des Inneren ins Leben gerufen. Seit dem kennzeichnet der Blaue Engel auf freiwilliger Basis Produkte und Dienstleistungen, die als besonders umweltfreundlich eingestuft werden. Folgende Aspekte spielen dabei eine Rolle: der sparsame Einsatz von Rohstoffen bei der Herstellung, der respektvolle Umgang mit Gesundheits- und Arbeitsschutz, Langlebigkeit und nachhaltige Entsorgung. blauer-engel.de


Bluesign®-Standard

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Der bluesign®-Standard garantiert unbedenkliche Verfahren und Komponenten für Mensch und Umwelt in der gesamten Herstellungskette. Dabei geht es um Unbedenklichkeit im Konsumentenschutz, Abwasser, Abluft, Arbeitssicherheit und Ressourcenproduktivität. bluesign.com

E

ECONYL®

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ECONYL® ist eine zu 100 Prozent regenerierte und regenerative Faser, die aus Nylon Abfällen, wie kaputten und unbrauchbaren Fischernetzen, Stoffen, alten Teppichen und anderen Wertstoffen hergestellt wird. Mit Hilfe innovativer Technologien ist es inzwischen möglich, aus diesen Abfällen ein Premium-Garn, das sogenannte ECONYL® Garn herzustellen, aus dem feinste Materialien gewebt werden können. Damit ist es dem in Italien ansässigen Unternehmen Aquafil, einem der weltweit führenden Unternehmen der synthetischen Faserindustrie gelungen, den Kreislauf zu schließen. Zum Einsatz kommt das revolutionäre Material zum Beispiel bei den Strumpfhosen des deutschen Traditionsunternehmens Kunert, das mit Kunert Blue im Januar 2017 eine nachhaltige Strumpfhosenkollektion gelauncht hat. Weitere Informationen zu econyl.com/de


EU-Ecolabel / Euroblume / Europäisches Umweltzeichen

EU Ecolabel
Das EU Ecolabel ist ein international anerkanntes Gütesiegel, das seit 1992 dazu dient, umweltfreundliche Produkte für den Verbraucher leichter identifizierbar zu machen. Bei der Bewertung eines Produktes wird der gesamte Produktlebenszyklus inklusive umweltverträglicher Herstellung und Entsorgung beleuchtet. Es gilt sowohl für Natur- als auch für Kunstfasern. Verantwortet wird das Siegel von European Union Ecolabelling Board (EUEB). Inhaber ist die Europäische Kommission. Das Gütesiegel wird in allen EU-Mitgliedsstaaten inkl. Norwegen, Liechtenstein und Island anerkannt. In Deutschland sind das Deutsche Institut für Gütersicherung und Kennzeichnung (RAL) und das Umweltbundesamt für die Prüfung und Vergabe des Siegels (jeweils für drei Jahre) verantwortlich. eu-ecolabel.de

F

Fair Wear Foundation

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Die gemeinnützige Fair Wear Foundation (FWF) hat sich zum Ziel gesetzt, die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie zu verbessern. Die FWF konzentriert sich dabei auf den Zeitpunkt, zu dem Stoffe zu Textilprodukten verarbeitet werden (Konfektion). Die Mitgliedsunternehmen werden regelmäßig auf die Umsetzung des Anforderungskatalogs der FWF überprüft und bewertet. Diese Kontrollen finden auch in den Produktionsstätten statt. Außerdem entwickelt die Fair Wear Foundation Ansätze, mit deren Hilfe die Menschenrechte im Lieferprozess besser durchgesetzt werden können. fairwear.org

  

G

GOTS (Global Organic Textile Standard)

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GOTS ist eines der striktesten und bekanntesten Gütesiegel für Ökokleidung. Seit 2008 kennzeichnet es Produkte, deren gesamte Herstellung bestimmten ökologischen und sozialen Standards entspricht. GOTS zertifizierte Kleidung muss zu 90 Prozent aus Naturfasern hergestellt sein, mindestens 70 Prozent davon aus biologischem Anbau. Außerdem müssen soziale und arbeitsrechtliche Standards eingehalten werden. Dazu gehören: keine Kinder- und Zwangsarbeit, Einhaltung ortsüblicher Mindestlöhne, verträgliche Arbeitsbedingungen und Arbeitsschutzmaßnahmen. global-standard.org

I

IVN (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V)

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Der Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. (IVN) ist ein Berufsverband, dem sich seit 1989 Unternehmen aus der Naturtextilproduktion (Textilien und Leder) angeschlossen haben (u.a. hessnatur, Alnatura) die höchste Ansprüche an Umweltschutz, soziale Verantwortung, Produktqualität und Verbraucherschutz haben. Der IVN vergibt die beiden Qualitätszeichen IVN-Naturtextil Best und IVN-Naturleder, deren Richtlinien den höchsten realisierbaren ökologischen und sozialen Standard dokumentieren. Im Rahmen der IVN-Zertifizierung werden alle an der Produktionskette beteiligten Betriebe durch unabhängige Institute geprüft. naturtextil.de

K

Kreislaufwirtschaft

Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es, die für ein Produkt verwendeten Rohstoffe am Ende seiner Lebensdauer wieder in den Produktionsprozess zurückzuführen und auf diese Weise sowohl Ressourcen zu sparen als auch Müll zu vermeiden. Damit steht die Kreislaufwirtschaft im Gegensatz zur vorherrschenden Linearwirtschaft (Wegwerfwirtschaft), bei der ein großer Teil der Produkte nach ihrer Nutzung auf Deponien landen oder verbrannt werden.

L

Lachsleder / Nanaileder

Lachsleder (gegerbte Lachshaut) ist ein Nebenprodukt der Fischerei, auf das die Eco-Fashion für ihre Produktion (u.a. Accessoires wie Taschen, Schuhe und Gürtel) zugreifen kann, ohne dass dafür ein Lachs gezüchtet, gefangen oder getötet werden muss.
Nanaileder (→) stammt aus dem weltweit einzigen Betrieb, der belegen kann, dass sein Lachsleder zu 100 Prozent chromfrei gegerbt und gefärbt ist. Nanaileder ist dünner als Kalbsleder, sehr elastisch, langlebig und spritzwasserabweisend. Perfekt für traumhafte Schuhe, Taschen & Co. (u.a. bei Alina Schürfeld, NINE TO FIVE)


Linearwirtschaft / Wegwerfwirtschaft

Im Rahmen der vorherrschenden Linearwirtschaft (auch Wegwerfwirtschaft) landen große Teile der Produktion nach ihrer Nutzung auf Deponien oder werden verbrannt. Die verwendeten Rohstoffe werden am Ende ihrer Lebensdauer nicht wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt. Damit steht die Linearwirtschaft im direkten Gegensatz zur Kreislaufwirtschaft (→), bei der die für ein Produkt verwendeten Rohstoffe am Ende seiner Lebensdauer wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt und auf diese Weise sowohl Ressourcen gespart sowie Müll vermieden wird.

N

Nanaileder / Lachsleder

Nanaileder (→) stammt aus dem weltweit einzigen Betrieb, der belegen kann, dass sein Lachsleder (gegerbte Lachshaut) zu 100 Prozent chromfrei gegerbt und gefärbt ist. Nanaileder ist dünner als Kalbsleder, sehr elastisch, langlebig und spritzwasserabweisend. Perfekt für traumhafte Schuhe, Taschen & Co. (u.a. bei Alina Schürfeld, NINE TO FIVE)


Naturtextil IVN Best zertifiziert

Der Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. (IVN) ist ein Berufsverband, dem sich seit 1989 Unternehmen aus der Naturtextilproduktion (Textilien und Leder) angeschlossen haben (u.a. hessnatur, Alnatura) die höchste Ansprüche an Umweltschutz, soziale Verantwortung, Produktqualität und Verbraucherschutz haben. Der IVN vergibt die beiden Qualitätszeichen Naturtextil IVN Best und IVN-Naturleder, deren Richtlinien den höchsten realisierbaren ökologischen und sozialen Standard dokumentieren. Im Rahmen der IVN-Zertifizierung werden alle an der Produktionskette beteiligten Betriebe durch unabhängige Institute geprüft. naturtextil.de

O

Oeko-Tex® Standard 100

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Anfang der 90er Jahre stieg das Interesse von Verbrauchern an unbedenklichen Textilien. Um dem Wunsch nach Transparenz nachzukommen, haben das Österreichische Textil-Forschungsinstitut (ÖTI) und das deutsche Forschungsinstitut Hohenstein den Oeko-Tex® Standard 100 entwickelt. Damit wurde erstmals eine einheitliche Richtlinie für Verbraucher und Hersteller etabliert. Es werden ausschließlich diejenigen Produkte zertifiziert, bei denen alle Elemente genau definierte Schadstoffgrenzen unterschreiten. Neben der Unbedenklichkeit in Bezug auf den Hautkontakt des Oberstoffes, betrifft das auch Zubehörteile wie Nähgarne, Knöpfe, Reißverschlüsse etc. oeko-tex.com

Organic Cotton / Biobaumwolle)

Circa 25 Prozent der weltweit verwendeten Insektizide und elf Prozent der Pestizide entfallen allein auf die Baumwollproduktion. Auch der Wasserverbrauch ist mit einem Kubikmeter Wasser pro Kilogramm Baumwollfasern extrem hoch. Zahlreiche Siegel und Zertifikate haben die Produktion von Biobaumwolle zwar nicht unbedingt transparenter gemacht. Aktuell sorgt die Produktion von Biobaumwolle jedoch dafür, dass es keine Kinderarbeit auf den jeweiligen Bio-Plantagen gibt, dass auf den bislang nicht unerheblichen Einsatz von Pestiziden verzichtet wird und dass die Biobaumwollbauern faiere Preise erhalten. Leider ist der Anteil von Biobaumwolle (organic cotton) mit 1 bis 2 Prozent der weltweiten Baumwollproduktion immer noch verschwindend gering (aktuelle Zahlen auf organicexchange.org).

P

PETA-Approved vegan

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Produkte, die sich mit dem PETA-Approved vegan-Logo schmücken dürfen, sind zu 100 Prozent vegan (→). Leder, Wolle, Seide und natürlich Pelz sind bei der Herstellung genauso tabu, wie Kleinteile, die tierische Inhaltsstoffe aufweisen. Dementsprechend sind auch Schuhkleber aus Knochenleim oder Perlmuttknöpfe verboten. Im Gegensatz zu vielen anderen Siegeln ist dieses Siegel kostenlos. Deswegen können sich auch kleine, neue Labels, die die Anforderungen erfüllen, dieses Siegel leisten. peta.de


Pinatex / Ananasleder

Schuhe, Taschen, Gürtel, Autositze: Wer Tierleder vermeiden möchte, hat mit Ananasleder eine neue vegane Alternative. Die spanische Designerin Carmen Hijosa entwickelte mit ihrem Startup "Ananas Anam" ein Verfahren, das Ananasblätter – die bei der Ernte als Abfallprodukt übrig bleiben – in einen nichtgewobenen Textilstoff umwandelt, der ähnlich aussieht und ebenso stabil ist wie tierisches Leder. Kleine Designer wie Maravilla Bags (Mallorca) haben bereits Ananasleder-Taschen im Sortiment. Puma und Camper experimentieren mit Prototypen. ananas-anam.com

R

Recycling

Beim Recycling (dt. Wiederverwertung, Wiederaufbereitung) werden Abfallprodukte wiederverwertet, bzw. werden deren Ausgangsmaterialien zu Sekundärstoffen. Sekundärstoffe sind Rohstoffe, die durch Recycling aus entsorgtem Material gewonnen werden. Findige Eco-Fashionlabels haben ausgediente Produkte für sich entdeckt und machen durch Wiederverwertung der „ausgedienten“ Faser neue, großartige Mode (z.B. MUD Jeans). Dadurch kann u.a. der ressourcenintensive Baumwollanbau reduziert und die Gewinnung von Polyester aus Rohöl verringert werden.

T

Tencel / Lyocel

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Immer wieder hört man die Begriffe Tencel bzw. Lyocell in Zusammenhang mit nachhaltiger Mode. Wer schon ein Kleidungsstück aus Tencel in der Hand oder sogar auf dem Körper getragen hat, weiß, um was für ein fantastisches Material es sich hier handelt. Aber was ist Tencel eigentlich? Tencel ist eine aus natürlichen Rohstoffen industriell hergestellte Zellulosefaser. Zellulose wird aus Holz gewonnen – in diesem Fall aus asiatischem oder südamerikanischem Eukalyptusholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Faser wird in einem geschlossenen Kreislauf hergestellt und wurde von der Europäischen Union mit dem „European Award for the Environment“ ausgezeichnet. Neben dem enorm hohen Tragekomfort und der vielseitigen Anwendung für Bettwäsche, Heimtextilien & Co. sind es vor allem die nachhaltigen Aspekte, die Tencel zur Zukunftsfaser machen: Zum einen werden die für den Herstellungsprozess nötigen Lösungsmittel zu fast 100 Prozent wiederverwendet. Zum anderen wird bei der Herstellung ein Bruchteil der Wassermenge benötigt, wie es bei der Produktion von konventionellen Chemiefasern der Fall ist. Ein weiteres Plus: Im Gegensatz zu z.B. Baumwolle, sind für den Anbau von Eukalyptus keine künstliche Bewässerung und kein Einsatz von Pestiziden nötig. Und Tencel ist biologisch abbaubar. Angeboten wird Tencel von der österreichischen Lenzing AG.

W

Wegwerfwirtschaft / Linearwirtschaft

Im Rahmen der Wegwerfwirtschaft (auch Linearwirtschaft) landen große Teile der Produktion nach ihrer Nutzung auf Deponien oder werden verbrannt. Die verwendeten Rohstoffe werden am Ende ihrer Lebensdauer nicht wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt. Damit steht die Linearwirtschaft im direkten Gegensatz zur Kreislaufwirtschaft (→).

A

Ananasleder / Pinatex

Schuhe, Taschen, Gürtel, Autositze: Wer Tierleder vermeiden möchte, hat mit Ananasleder eine neue vegane Alternative. Die spanische Designerin Carmen Hijosa entwickelte mit ihrem Startup "Ananas Anam" ein Verfahren, das Ananasblätter – die bei der Ernte als Abfallprodukt übrig bleiben – in einen nichtgewobenen Textilstoff umwandelt, der ähnlich aussieht und ebenso stabil ist wie tierisches Leder. Kleine Designer wie Maravilla Bags (Mallorca) haben bereits Ananasleder-Taschen im Sortiment. Puma und Camper experimentieren mit Prototypen. ananas-anam.com

B

Better Cotton Initiative (BCI)

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Die gemeinnützige Organisation möchte Umwelt- und Sozialbedingungen beim Anbau von Baumwolle verbessern. Die Baumwollproduzenten, die dieses Siegel tragen möchten, müssen zum Einstieg genau festgeschriebene Kriterien erfüllen. Fortlaufende Verbesserungen und die Erfüllung weiterer Anforderungen müssen sichergestellt sein. Die Anforderungen variieren je nachdem, ob es sich um Kleinbauern oder XL-Plantagen handelt. Das Siegel erscheint nicht auf den fertigen Produkten. bettercotton.org


Biobaumwolle (Organic Cotton)

biobaumwolle
Circa 25 Prozent der weltweit verwendeten Insektizide und elf Prozent der Pestizide entfallen allein auf die Baumwollproduktion. Auch der Wasserverbrauch ist mit einem Kubikmeter Wasser pro Kilogramm Baumwollfasern extrem hoch. Zahlreiche Siegel und Zertifikate haben die Produktion von Biobaumwolle zwar nicht unbedingt transparenter gemacht. Aktuell sorgt die Produktion von Biobaumwolle jedoch dafür, dass es keine Kinderarbeit auf den jeweiligen Bio-Plantagen gibt, dass auf den bislang nicht unerheblichen Einsatz von Pestiziden verzichtet wird und dass die Biobaumwollbauern faiere Preise erhalten. Leider ist der Anteil von Biobaumwolle (organic cotton) mit 1 bis 2 Prozent der weltweiten Baumwollproduktion immer noch verschwindend gering (aktuelle Zahlen auf organicexchange.org).


Blauer Engel

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Mit dem Blauen Engel hat sozusagen alles angefangen. Die dienstälteste Zertifizierung für Produkte und Dienstleistungen im Umweltsektor wurde 1978 auf Initiative des Bundesministeriums des Inneren ins Leben gerufen. Seit dem kennzeichnet der Blaue Engel auf freiwilliger Basis Produkte und Dienstleistungen, die als besonders umweltfreundlich eingestuft werden. Folgende Aspekte spielen dabei eine Rolle: der sparsame Einsatz von Rohstoffen bei der Herstellung, der respektvolle Umgang mit Gesundheits- und Arbeitsschutz, Langlebigkeit und nachhaltige Entsorgung. blauer-engel.de


Bluesign®-Standard

bluesign-logo
Der bluesign®-Standard garantiert unbedenkliche Verfahren und Komponenten für Mensch und Umwelt in der gesamten Herstellungskette. Dabei geht es um Unbedenklichkeit im Konsumentenschutz, Abwasser, Abluft, Arbeitssicherheit und Ressourcenproduktivität. bluesign.com

E

ECONYL®

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ECONYL® ist eine zu 100 Prozent regenerierte und regenerative Faser, die aus Nylon 6 Abfällen, wie kaputten und unbrauchbaren Fischernetzen, Stoffen, alten Teppichen und anderen Wertstoffen hergestellt wird. Mit Hilfe innovativer Technologien ist es inzwischen möglich, aus diesen Abfällen ein Premium-Garn, das sogenannte ECONYL® Garn herzustellen, aus dem feinste Materialien gewebt werden können. Damit ist es dem in Italien ansässigen Unternehmen Aquafil, einem der weltweit führenden Unternehmen der synthetischen Faserindustrie gelungen, den Kreislauf zu schließen. Zum Einsatz kommt das revolutionäre Material zum Beispiel bei den Strumpfhosen des deutschen Traditionsunternehmens Kunert, das mit Kunert Blue im Januar 2017 eine nachhaltige Strumpfhosenkollektion gelauncht hat. Weitere Informationen zu econyl.com/de


EU-Ecolabel / Euroblume / Europäisches Umweltzeichen

EU Ecolabel
Das EU Ecolabel ist ein international anerkanntes Gütesiegel, das seit 1992 dazu dient, umweltfreundliche Produkte für den Verbraucher leichter identifizierbar zu machen. Bei der Bewertung eines Produktes wird der gesamte Produktlebenszyklus inklusive umweltverträglicher Herstellung und Entsorgung beleuchtet. Es gilt sowohl für Natur- als auch für Kunstfasern. Verantwortet wird das Siegel von European Union Ecolabelling Board (EUEB). Inhaber ist die Europäische Kommission. Das Gütesiegel wird in allen EU-Mitgliedsstaaten inkl. Norwegen, Liechtenstein und Island anerkannt. In Deutschland sind das Deutsche Institut für Gütersicherung und Kennzeichnung (RAL) und das Umweltbundesamt für die Prüfung und Vergabe des Siegels (jeweils für drei Jahre) verantwortlich. eu-ecolabel.de

F

Fair Wear Foundation

fair-wear-foundation-logo
Die gemeinnützige Fair Wear Foundation (FWF) hat sich zum Ziel gesetzt, die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie zu verbessern. Die FWF konzentriert sich dabei auf den Zeitpunkt, zu dem Stoffe zu Textilprodukten verarbeitet werden (Konfektion). Die Mitgliedsunternehmen werden regelmäßig auf die Umsetzung des Anforderungskatalogs der FWF überprüft und bewertet. Diese Kontrollen finden auch in den Produktionsstätten statt. Außerdem entwickelt die Fair Wear Foundation Ansätze, mit deren Hilfe die Menschenrechte im Lieferprozess besser durchgesetzt werden können. fairwear.org

G

GOTS

g-o-t-s-siegel
GOTS ist eines der striktesten und bekanntesten Gütesiegel für Ökokleidung. Seit 2008 kennzeichnet es Produkte, deren gesamte Herstellung bestimmten ökologischen und sozialen Standards entspricht. GOTS zertifizierte Kleidung muss zu 90 Prozent aus Naturfasern hergestellt sein, mindestens 70 Prozent davon aus biologischem Anbau. Außerdem müssen soziale und arbeitsrechtliche Standards eingehalten werden. Dazu gehören: keine Kinder- und Zwangsarbeit, Einhaltung ortsüblicher Mindestlöhne, verträgliche Arbeitsbedingungen und Arbeitsschutzmaßnahmen. global-standard.org

I

IVN-Siegel/ Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V

IVN_Beitrag
Der Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. (IVN) ist ein Berufsverband, dem sich seit 1989 Unternehmen aus der Naturtextilproduktion (Textilien und Leder) angeschlossen haben (u.a. Hess Natur, Alnatura) die höchste Ansprüche an Umweltschutz, soziale Verantwortung, Produktqualität und Verbraucherschutz haben. Der IVN vergibt die beiden Qualitätszeichen IVN-Naturtextil Best und IVN-Naturleder, der Richtlinien den höchsten realisierbaren ökologischen und sozialen Standard dokumentieren. Im Rahmen der IVN-Zertifizierung werden alle an der Produktionskette beteiligten Betriebe durch unabhängige Institute geprüft. naturtextil.de

K

Kreislaufwirtschaft

Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es, die für ein Produkt verwendeten Rohstoffe am Ende seiner Lebensdauer wieder in den Produktionsprozess zurückzuführen und auf diese Weise sowohl Ressourcen zu sparen als auch Müll zu vermeiden. Damit steht die Kreislaufwirtschaft im Gegensatz zur vorherrschenden Linearwirtschaft (Wegwerfwirtschaft), bei der ein großer Teil der Produkte nach ihrer Nutzung auf Deponien landen oder verbrannt werden.

L

Lachsleder / Nanaileder

Lachsleder (gegerbte Lachshaut) ist ein Nebenprodukt der Fischerei, auf das die Eco-Fashion für ihre Produktion (u.a. Accessoires wie Taschen, Schuhe und Gürtel) zugreifen kann, ohne dass dafür ein Lachs gezüchtet, gefangen oder getötet werden muss. Nanaileder (→) stammt aus dem weltweit einzigen Betrieb (Nanai), der belegen kann, dass sein Lachsleder zu 100 Prozent chromfrei gegerbt und gefärbt ist. Nanaileder ist dünner als Kalbsleder, sehr elastisch, langlebig und spritzwasserabweisend. Perfekt für traumhafte Schuhe, Taschen & Co. (u.a. bei Alina Schürfeld, NINE TO FIVE)


Linearwirtschaft

Bei der vorherrschenden Linearwirtschaft (Wegwerfwirtschaft), landet ein großer Teil der Produkte nach ihrer Nutzung auf Deponien oder wird verbrannt. Im Gegensatz dazu steht die Kreislaufwirtschaft, bei der die für ein Produkt verwendeten Rohstoffe am Ende seiner Lebensdauer wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt und auf diese Weise sowohl Ressourcen gespart sowie Müll vermieden wird.

N

Nanaileder / Lachsleder

Lachsleder (gegerbte Lachshaut) ist ein Nebenprodukt der Fischerei, auf das die Eco-Fashion für ihre Produktion (u.a. Accessoires wie Taschen, Schuhe und Gürtel) zugreifen kann, ohne dass dafür ein Lachs gezüchtet, gefangen oder getötet werden muss. Nanaileder (→) stammt aus dem weltweit einzigen Betrieb (Nanai), der belegen kann, dass sein Lachsleder zu 100 Prozent chromfrei gegerbt und gefärbt ist. Nanaileder ist dünner als Kalbsleder, sehr elastisch, langlebig und spritzwasserabweisend. Perfekt für traumhafte Schuhe, Taschen & Co. (u.a. bei Alina Schürfeld, NINE TO FIVE)


Naturtextil IVN Best zertifiziert

Der Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. (IVN) ist ein Berufsverband, dem sich seit 1989 Unternehmen aus der Naturtextilproduktion (Textilien und Leder) angeschlossen haben (u.a. hessnatur, Alnatura) die höchste Ansprüche an Umweltschutz, soziale Verantwortung, Produktqualität und Verbraucherschutz haben. Der IVN vergibt die beiden Qualitätszeichen Naturtextil IVN Best und IVN-Naturleder, deren Richtlinien den höchsten realisierbaren ökologischen und sozialen Standard dokumentieren. Im Rahmen der IVN-Zertifizierung werden alle an der Produktionskette beteiligten Betriebe durch unabhängige Institute geprüft. naturtextil.de

O

Organic Cotton / Biobaumwolle

Circa 25 Prozent der weltweit verwendeten Insektizide und elf Prozent der Pestizide entfallen allein auf die Baumwollproduktion. Auch der Wasserverbrauch ist mit einem Kubikmeter Wasser pro Kilogramm Baumwollfasern extrem hoch. Zahlreiche Siegel und Zertifikate haben die Produktion von Biobaumwolle zwar nicht unbedingt transparenter gemacht. Aktuell sorgt die Produktion von Biobaumwolle jedoch dafür, dass es keine Kinderarbeit auf den jeweiligen Bio-Plantagen gibt, dass auf den bislang nicht unerheblichen Einsatz von Pestiziden verzichtet wird und dass die Biobaumwollbauern faiere Preise erhalten. Leider ist der Anteil von Biobaumwolle (organic cotton) mit 1 bis 2 Prozent der weltweiten Baumwollproduktion immer noch verschwindend gering (aktuelle Zahlen auf organicexchange.org).


Oeko-Tex® Standard 100

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Anfang der 90er Jahre stieg das Interesse von Verbrauchern an unbedenklichen Textilien. Um dem Wunsch nach Transparenz nachzukommen, haben das Österreichische Textil-Forschungsinstitut (ÖTI) und das deutsche Forschungsinstitut Hohenstein den Oeko-Tex® Standard 100 entwickelt. Damit wurde erstmals eine einheitliche Richtlinie für Verbraucher und Hersteller etabliert. Es werden ausschließlich diejenigen Produkte zertifiziert, bei denen alle Elemente genau definierte Schadstoffgrenzen unterschreiten. Neben der Unbedenklichkeit in Bezug auf den Hautkontakt des Oberstoffes, betrifft das auch Zubehörteile wie Nähgarne, Knöpfe, Reißverschlüsse etc. oeko-tex.com

P

PETA-Approved vegan

peta-logo
Produkte, die sich mit dem PETA-Approved vegan-Logo schmücken dürfen, sind zu 100 Prozent vegan (→). Leder, Wolle, Seide und natürlich Pelz sind bei der Herstellung genauso tabu, wie Kleinteile, die tierische Inhaltsstoffe aufweisen. Dementsprechend sind auch Schuhkleber aus Knochenleim oder Perlmuttknöpfe verboten. Im Gegensatz zu vielen anderen Siegeln ist dieses Siegel kostenlos. Deswegen können sich auch kleine, neue Labels, die die Anforderungen erfüllen, dieses Siegel leisten. peta.de


Pinatex / Ananasleder

Schuhe, Taschen, Gürtel, Autositze: Wer Tierleder vermeiden möchte, hat mit Ananasleder eine neue vegane Alternative. Die spanische Designerin Carmen Hijosa entwickelte mit ihrem Startup "Ananas Anam" ein Verfahren, das Ananasblätter – die bei der Ernte als Abfallprodukt übrig bleiben – in einen nichtgewobenen Textilstoff umwandelt, der ähnlich aussieht und ebenso stabil ist wie tierisches Leder. Kleine Designer wie Maravilla Bags (Mallorca) haben bereits Ananasleder-Taschen im Sortiment. Puma und Camper experimentieren mit Prototypen. ananas-anam.com

R

Recycling

Beim Recycling (dt. Wiederverwertung, Wiederaufbereitung) werden Abfallprodukte wiederverwertet, bzw. werden deren Ausgangsmaterialien zu Sekundärstoffen. Sekundärstoffe sind Rohstoffe, die durch Recycling aus entsorgtem Material gewonnen werden. Findige Eco-Fashionlabels haben ausgediente Produkte für sich entdeckt und machen durch Wiederverwertung der „ausgedienten“ Faser neue, großartige Mode (z.B. MUD Jeans). Dadurch kann u.a. der ressourcenintensive Baumwollanbau reduziert und die Gewinnung von Polyester aus Rohöl verringert werden.

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Tencel / Lyocell

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Immer wieder hört man die Begriffe Tencel bzw. Lyocell in Zusammenhang mit nachhaltiger Mode. Wer schon ein Kleidungsstück aus Tencel in der Hand oder sogar auf dem Körper getragen hat, weiß, um was für ein fantastisches Material es sich hier handelt. Aber was ist Tencel eigentlich? Tencel ist eine aus natürlichen Rohstoffen industriell hergestellte Zellulosefaser. Zellulose wird aus Holz gewonnen – in diesem Fall aus asiatischem oder südamerikanischem Eukalyptusholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Faser wird in einem geschlossenen Kreislauf hergestellt und wurde von der Europäischen Union mit dem „European Award for the Environment“ ausgezeichnet. Neben dem enorm hohen Tragekomfort und der vielseitigen Anwendung für Bettwäsche, Heimtextilien & Co. sind es vor allem die nachhaltigen Aspekte, die Tencel zur Zukunftsfaser machen: Zum einen werden die für den Herstellungsprozess nötigen Lösungsmittel zu fast 100 Prozent wiederverwendet. Zum anderen wird bei der Herstellung ein Bruchteil der Wassermenge benötigt, wie es bei der Produktion von konventionellen Chemiefasern der Fall ist. Ein weiteres Plus: Im Gegensatz zu z.B. Baumwolle, sind für den Anbau von Eukalyptus keine künstliche Bewässerung und kein Einsatz von Pestiziden nötig. Und Tencel ist biologisch abbaubar. Angeboten wird Tencel von der österreichischen Lenzing AG.

W

Wegwerfwirtschaft / Linearwirtschaft

Im Rahmen der Wegwerfwirtschaft (auch Linearwirtschaft) landen große Teile der Produktion nach ihrer Nutzung auf Deponien oder werden verbrannt. Die verwendeten Rohstoffe werden am Ende ihrer Lebensdauer nicht wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt. Damit steht die Linearwirtschaft im direkten Gegensatz zur Kreislaufwirtschaft (→).