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Nachhaltige News der Woche (naja, zeitbedingt leider nicht ganz so oft)

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Ob Take Care, das gerade gelaunchte Pilotprojekt von H&M, zukunftsweisende Kooperationen der AMD oder nachhaltige Capsule Kollektionen – gerade höre ich wieder fast täglich von spannenden Projekten, die das Thema Nachhaltigkeit ins Zentrum des Interesses rücken. Welche fünf aktuellen Projekte bei meinen Sustainable News nicht fehlen dürfen?

Design-Wettbewerb: AMD Düsseldorf x Oeko-Tex

Wenn Modestudenten für nachhaltige Produktionsweisen, Stoffe etc. sensibilisiert werden, bin ich immer maximal begeistert. Denn hier können sich noch Werdegänge entscheiden. Und jeder Nachhaltigkeitsfan in der Textilindustrie kann Großes bewirken. Aktuell kooperiert das Siegel Oeko-Tex mit dem zweiten Semester des Studiengangs „Mode Design“ an der AMD Akademie Mode & Design in Düsseldorf. 24 Design-Studenten werden im Rahmen des Studienfachs „Formfindung Kleid“ Kleider aus Oeko-Tex zertifizierten Stoffen und Zutaten fertigen.

Schadstoffgeprüfte und ökologisch unbedenkliche Produktion wird dem Konsumenten immer wichtiger. Dieses Bewusstsein wird den Designern und Modejournalisten von morgen mit auf den Weg gegeben. – Georg Dieners, Oeko-Tex

Über den Ausgang des Wettbewerbs wird eine Jury in zwei Schritten entscheiden. Mit dabei: Vertreter von Oeko-Tex (Generalsekretär Georg Dieners), der AMD (Studiendekanin Prof. Claudia Ebert-Hesse), der Presse (Gudrun Allstädt von der Textilwirtschaft) und dem Handel (Uta Feldmann, Senior Design Manager C&A Europe). Erste Entwürfe werden der Jury im Mai 2018 präsentiert, bevor die finale Entscheidung im Januar 2019 kommuniziert wird. Die ersten drei Plätze werden Preisgelder erhalten. Zehn weitere Modelle werden im Rahmen der EXIT, der AMD Graduate Fashion Show im Rahmen der Platform Fashion im Januar 2019 gezeigt. Begleitet wird das Projekt von Studierenden der Fachrichtung „Modejournalismus/ Modekommunikation“, die sich um die mediale Berichterstattung kümmern wird.

Take Care

Koop: Stop the Water while using me x Closed

Die Endlichkeit unserer Ressourcen und vor allem deren Wertschätzung hat sich das Hamburger Beautylabel Stop the Water while using me auf die Fahnen geschrieben. Denn obwohl 75 Prozent der Erde mit Wasser bedenkt sind, sind nur 0,3 Prozent als Trinkwasser geeignet. Und weil es wenig bringt, Wasser zu sparen und es gleichzeitig zu verschmutzen, verzichten die Hamburger für ihre Produkte auf Parabene, Silikone und synthetische Inhaltsstoffe. Stattdessen setzen sie auf die Kraft der Natur mit Inhaltsstoffen aus vorwiegend biologischem Anbau. Gut zu wissen: Ein Teil der Erlöse fließt in die Initiative „Good Water Projects“. Die versorgt Menschen in wasserarmen Gegenden mit sauberen Trinkwasser.

Hamburger Doppelpack mit gemeinsamer Mission: Ressourcen schützen

Um das Thema Ressourcen geht es auch bei der Koop von Denimlabel Closed mit der Hamburger Naturkosmetikmarke. Für die T-Shirts, Jeans, Hoodies und Beanies der limitierten, 8-teiligen Capsule Collection „The Limited“ kamen nämlich nur umweltschonend produzierte Materialien zum Einsatz. So sind die Hoodies und T-Shirts aus Bio-Baumwolle gefertigt, die Jeans wurden mit einer neuen, wassersparenden und biologischen Färbetechnik gefärbt. Außerdem werden sie ressourcensparend mit innovativen Techniken wie Laser, Ozon-Behandlungen, Bio-Enzym-Wäschen oder Eisstrahlen behandelt. Das Verfahren wird ab Winter 2018 unter dem Titel „A better blue“ Standard bei Closed. Erhältlich (inkl. zwei limitierter Seifen) ab Mai 2018 auf closed.com und stop-the-water.com

Take Care

Konsequent nachhaltig: Armedangels

Seit über zehn Jahren entwirft Armedangels eco-faire Mode, die einen möglichst geringen Impact bei Mensch und Natur hinterlässt. Auf ihrem Pionier-Dasein haben sich Kölner dabei nie ausgeruht, sondern ständig ihre hoch gesteckten Ziele verfolgt. So wurde z.B. 2017 unter dem Motto „Nothing to Hide“ eine Organic Wool Kollektion gelauncht (mehr dazu in meinem Artikel über Faire Wolle auf VOGUE.de). Jetzt haben die Kölner mit ihren innovativen Versandboxen aus Graspapier einen weiteren konsequenten Schritt in Richtung maximale Nachhaltigkeit unternommen.

Unter dem Motto „Was ist grüner als Gras?“ setzt Armedangels jetzt auf Graspapier #armedangelsgrassbox

Das smarte Verpackungsmaterial wird von Creapaper entwickelt, die für die Verwendung des schnell wachsenden Rohstoffs Gras für die Papierherstellung mit dem Innovationspreis Klima und Umwelt 2017 ausgezeichnet wurden. Gut zu wissen: Anders als in der klassischen Papierproduktion ist bei der Herstellung von Graspapier keine Chemie notwendig. Auch die benötigte Wassermenge lässt sich mit dieser maximal nachhaltigen Variante von durchschnittlich 6000 Litern pro Tonne bei der Herstellung aus Holz auf gerade mal zwei Liter bei der Grasvariante reduzieren. Insgesamt ist nur ein Zehntel der Energie notwendig. Und: Grasboxen duften herrlich nach Wiese, Blume und Kräutern. Thumbs up for this!

Take Care

Cradle-to-Cradle-Design: Manufactum x AMD

Und noch eine News von der Akademie für Mode & Design. Denn bereits im März 2018 wurde eine kreislauffähige und vollständig nachhaltige Kollektion präsentiert. Die haben Masterstudenten des Studiengangs „Sustainability in Fashion“ an der AMD Berlin seit dem Sommersemester 2016 gemeinsam mit Manufactum entworfen. Die Aufgabenstellung? Active Wear unter neuesten nachhaltigen Gesichtspunkten zu entwickeln. Zwei Masterstudenten erhielten im März 2018 die Möglichkeit ihre Entwürfe im Rahmen des Berlin Travel Festivals zu präsentieren.

Das Nachhaltigkeitskonzept du jour: Cradle-to-Cradle

Die Finnin Ida Urmas hat die Damenweste „Wanderlust“ mit aufgesetzten Taschen inklusive abnehmbarer Umhängetasche entwickelt. Die funktioniert für klassisches Großstadtleben genauso  wie für längere Wandertouren. Der zweite Entwurf stammt von Riccardo Garray. Seine Herrenjacke „Modern Gentleman“ lässt sich mittig oder jeweils seitlich schließen. Plus: Sie verfügt über smarte Details, die die Jacke wetterfest machen. Beide Entwürfe wurden nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip designt. Sprich: Die Textilien sind biologisch abbaubar und werden am Ende der sogenannten Primärnutzung von Manufactum einer Sekundärnutzung zugeführt und kompostierbar gemacht. Herrenjacke, um 400 Euro – weitere Infos gibt’s hier und zur Damenweste um 400 Euro geht’s hier lang.

Take Care

Take Care-Projekt H&M + Nachhaltigkeitsreport

Am 12.4.2018 hat die H&M-Gruppe ihren Nachhaltigkeitsreport 2017 in Hamburg veröffentlicht. Das Ziel: Die Schaffung eines zirkulären Modells durch Maximierung von Materialien und Minimierung von Abfällen. Selbstverständlich ist H&M kein Eco-Label. Das haben sich die Schweden auch nicht auf die Fahnen geschrieben. Dennoch arbeitet das Unternehmen daran, einige Abläufe nachhaltiger zu gestalten. Inzwischen nutzt H&M fast 60 Prozent organic oder recycelte Baumwolle, 36 Prozent recyceclte Materialien insgesamt und hat 2017 fast 20 Tonnen Textilien zu Recyclingzwecken gesammelt. Ganz abgesehen davon fördert H&M mit seiner Conscious Exclusive Collection, der Foundation und dem jährlichen Award nachhaltige Innovationen, die für einen Wandel der Modeindustrie notwendig sind. Alle Details zum Report gibt’s hier

„Take care“ heißt das neue Projekt von H&M und setzt auf repair statt Müllkippe.

Besonders spannend: Vergangene Woche haben die Schweden in ihrem Store in der Spitalerstraße in Hamburg das Pilotprojekt „Take Care“ gestartet. Hier gibt es Pflegeprodukte, Flick-Ateliers und Online-Tipps. In Workshops lernen die Kunden ihre Kleidung zu reparieren und können sie vor Ort reparieren lassen. Außerdem hat H&M seine erste Waschmittellinie auf den Markt gebracht, bietet ab sofort Pflegetücher für Sneaker und Flicken-Sets und einen Wäschesack, der Mikroplastik daran hindert, beim Waschen ins Abwasser zu gelangt. Ich bin gespannt, wie das „Take Care -Projekt angenommen wird. Auf jeden Fall gehe ich davon aus, dass der Textilriese mit dieser Aktion Konsumenten erreicht, die wir als Green Blogger nicht unbedingt dazu bringen würden, ihre Kleidung zu reparieren. Und jedes reparierte Stück landet nicht im Müll.Die neuen Care-Produkte gibt’s hier

Take Care

Published: 18. April 2018, 9 Uhr

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