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Aus dem Netz gefischt: nachhaltige News

Natürlich wird nicht alles von heute auf morgen besser und zu allem Überfluss macht Anfang kommenden Jahres noch ein Primark in München auf, aber grundsätzlich habe ich das Gefühl, dass die Nachhaltigkeit in den Köpfen der Konsumenten ankommt. Die Hersteller, die nicht sowieso schon aus eigener Überzeugung auf nachhaltige Produktion setzen, versuchen das Thema mehr und mehr zu ihrer Unternehmensstrategie zu machen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wenn ich dann aber lese, dass mitten in Europa Arbeitsbedingungen herrschen, die den teilweise grauenhaften Umständen in Asien in nichts nachstehen, beginne ich wieder zu zweifeln. Sweatshops in Europa? Wann wachen bitte endlich alle mal auf?!

Ecoalf goes Berlin

Erst war Ecoalf da, dann von der Bildfläche verschwunden und nun ist das spanische Eco-Label erfreulicherweise wieder aufgetaucht. Mit einem Paukenschlag, denn die Spanier haben in Berlin Mitte nicht nur den ersten deutschen Flagshipstore, sondern den ersten Store außerhalb des Heimatlandes eröffnet. Auf knapp 250 Quadratmetern steht uns endlich das ganze Ecoalf-Universum zur Verfügung. Aus seinem Frust über den Umgang mit natürlichen Ressourcen bei gleichzeitig wachsenden Müllbergen hat Javier Goyeneche 2009 das Label in Madrid gegründet.

Recycling statt natürlicher Ressourcen – jetzt kommt Ecoalf nach Berlin

Stattdessen setzt Ecoalf zu 100 Prozent auf Qualität und Design – hergestellt aus recyceltem Plastikmüll: Fischernetze, PET-Flaschen und Plastiktüten verwandeln die Spanier in Taschen, Mäntel, Laptopcases (benutze ich nahezu täglich!), Schuhe. Leider war ich selbst noch nicht dort – aber diese Adresse steht fest auf meiner Agenda für meinen nächsten Berlin-Besuch. Alte Schönhauser Straße 5-5a/Rückerstraße 3, 10119, Berlin; Mo – Fr 11 – 20 Uhr, Sa 10:30 – 20 Uhr, www.ecoalf.com

Sweatshops in Europa

Endlich auch in Deutschland – die Recycling-Lieblinge von Ecoalf

Fashion Makes Sense: Mukashi Mukashi Berlin

Mode, die Sinn macht. Besser könnte man einen Award für nachhaltige Mode eigentlich kaum betiteln. Die Bekanntgabe der Gewinner ist zwar schon vier Wochen her, aber heute nicht weniger aktuell als damals. Der Jurypreis 2017 des „Fashion Makes Sense Award 2017“ ging an die in Litauen geborene Designerin Birutė Mažeikaitė, die nach ihrem Abschluss an der Esmod Berlin ihr Label Mukashi Mukashi Berlin gründete. Schon während ihres Studiums hat sie den „Prix Du Jury“ und den „Best Pattern Making / Draping“-Preis gewonnen.

Muskashi Muskashi ist übrigens japanisch und bedeutet „Es war einmal…“

Weitere Gewinne folgten und gipfelten im Oktober im „Fashion Makes Sense Award 2017“. Ihr Design (Bild) hat die hochkarätige Jury (u.a. Carry Somers (Fashion Revolution) und Designerin Elsien Gringhuis) überzeugt. Nicht zuletzt mit dem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro kann sie nun die Gewinner-Kollektion „Animus“ ausbauen und im Rahmen des Fashionclash Festivals 2018 (15. – 17. Juni) in Maastricht präsentieren. Unbedingt im Auge behalten!

Sweatshops in Europa

Ganz großes Design – Mukashi Mukashi Berlin

Clean Clothes Campaign: Sweatshops in Europa

Made in India, Bangladesh & Co. lässt bei vielen Konsument dank langjähriger Aufklärungsarbeit die Alarmglocken schrillen. „Made in Europe“ ist zwar positiv besetzt, aber nicht immer besser. Aktuellen Veröffentlichungen der Clean Clothes Campaign (CCC) zufolge herrschen nämlich auch in Ost- und Südeuropa teilweise untragbare Arbeitsbedingungen. Nach einer Befragung von über 100 Arbeitern und Arbeiterinnen in Mode- und Schuhfabriken in Serbien, Ungarn und der Ukraine stellte sich heraus, dass dort anscheinend nicht mal der Mindestlohn gezahlt wird, die hygienischen Bedingungen untragbar sind, es keine Arbeitszeitregelungen gibt und an der Sicherheit für die Arbeiter stark gespart wird. Ja, wir haben Sweatshops in Europa. In unseren Nachbarländern.

Achtung: „Made in Europe“ ist leider kein Garant für faire Produktion

Nach dem schlechten Image von „Made in India“ & Co. haben viele (auch in Deutschland ansässige) Modekonzerne aus dem Billigpreis – und mittleren Segment ihre Produktion nach Süd- und Osteuropa verlegt und werben nun mit dem positiven „Made in Europe“-Image ohne sich an ethische Kodexe zu halten. Was das für den bewussten Konsumenten bedeutet? Weiter nachfragen (#whomademyclothes), „trusted labels“, die bei der Fair Wear Foundation organisiert sind kaufen und Labels, die auf grünen Blogs und in nachhaltigen Onlineshops auftauchen. #letchangethatfashiongame

Sweatshops in Europa

„Made in Europa“ ist nicht zwingend besser – auch hier gibt es Sweatshops

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