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Bei all dem Wahnsinn - endlich habe ich mir wieder die Zeit gegönnt, ein Buch zur Hand zu nehmen (oder auch mehrere).

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Es ist nicht wirklich alles nach Wunsch verlaufen in diesem Jahr. Alles andere als das. Es gab herbe Rückschläge (Stichwort: abgesagte GREENSTYLEs) bei uns. Aber es gab eben auch Chancen, die durch die Krise, die Disruption des Alltags, Dinge in die wir gezwungen wurden, entstanden sind. Alles wurde ein bisschen neu sortiert, überdacht, umstrukturiert. Im Berufsleben wie auch im Alltag. Weniger ausgehen. Kaum Termine. Keine Reisen. Weniger Freunde treffen. Mehr Zeit zu Hause. Und hey: Mehr Zeit zum Lesen. Und das habe ich tatsächlich ausführlich  mit meinem Lesestoff.getan.

Auf der Suche nach Lesestoff? Diese Bücher kann ich empfehlen:

Träumen, Augen öffnen, den Blick auf die Zukunft oder nach rückwärts richten. Inspiration, Gleichgesinnte und geistige Sparringspartner finden. Denkanstöße dankbar annehmen. Anderer Meinung sein…  Lesen ist soviel mehr als einfach nur ein Buch in die Hand zu nehmen obwohl alleine das schon ziemlich erhebend ist. Die spannendsten Titel, die mir begegnen stelle ich ab sofort hier vor.

Was ich aktuell lese? „Starting a Revolution“ von Naomi Ryland und Lisa Jaspers. Rezension folgt.

Lesestoff

 

Der brennende See von John von Düffel (Dumont)

Was mich bei dem Titel gecatcht hat? Der Klimabezug. Der brennende See. Knapp werdende Wolken… Hannah kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um die Wohnung ihres verstorbenen Vaters aufzulösen. Unemotional und lediglich auf das organisatorische konzentriert versucht sie ihre Aufgabe zu erledigen. Kleine Eskapaden mit Zigaretten und Alkohol deuten an, wie schwer ihr doch alles fällt. Dann entdeckt sie im Nachttisch ihres Vaters das Foto einer Frau und begibt sich auf die Suche nach der Unbekannten. Dabei begegnen ihr so manche Personen aus ihrer Jugend, die ihr Leben entscheidend geprägt und gelenkt haben. Lust hat sie herzlich wenig auf sie. Anders sieht es mit ihrem Interesse an einer ehemaligen Fridays-for-Future-Aktivistin aus, deren Kampf fürs Klima sich radikalisiert hat. Gemeinsam mit der von ihr gegründeten Ende-der-Geduld-Bewegung demonstriert sie gegen die aktuelle Klimapolitik und für die Erhaltung des Sees, der wirtschaftlichen Interessen zum Opfer fallen soll…

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Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger (S.Fischer)

Keine Ahnung, was ich gedacht und gefühlt hätte, hätte ich diesen Roman schon im März 2019 gelesen, als er rausgekommen ist. Denn hier geht es um die Grippe, die die Menschheit ausrotten möchte. Um Hamsterkäufe, um Toilettenpapier, um Hefe. Um Menschlichkeit und unmenschliches. Denn als ein junger Mann nackt am Strand eines abgelegenen englischen Fischerdorfs angespült und von den Bewohnern gerettet wird (so wie kurze Zeit später auch der Wal), zeichnet sich ein intensives Beziehungsgeflecht ab. Geprägt von dem Versuch des neuen Dorfbewohners (der nackte Mann reist nicht etwa nach seiner Rettung wieder in die Heimat) sich auf die Katastrophe, die er zu ahnen scheint, vorzubereiten. Mit Einkäufen, die in der örtlichen Kirche gestapelt und beschützt werden. Und? Kommt Euch hier etwas bekannt vor? Ich habe das Buch genau ein Jahr später angefangen und verschlungen. Warum damals schon die Story drin stand, die heute (ein Jahr später) Zeitgeschichte ist, mit deren Auswirkungen wir uns beschäftigen müssen, habe ich bis heute nicht verkraftet.

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Das Flüstern der Bäume von Michael Christie (Penguin)

Ich muss gestehen, dass ich mich zu Beginn nicht ganz leicht getan habe: Zeitsprünge, Personen, die eingeführt werden. Ortswechsel. Aber dann hat es mich an mein Geschichtsstudium erinnert, wo sich auch die einzelnen Handlungsstränge zu einem beeindruckenden Ganzen zusammengefügt haben. Von Seite zu Seite und Kapitel zu Kapitel hat alles mehr Sinn gemacht. Ereignisse haben sich verknüpft, Familienbande sind klar geworden. Begleitet vom dringenden Wunsch herauszufinden, wie es weiter geht. Im Mittelpunkt der Geschichte: vier Generationen Greenwoods, 120 Jahre Schicksale, Glück, Verbrechen, Opfer, Wunder, Fehler – und jede Menge Bäume (nur noch zu überbieten durch die Anzahl der Jahresringe). Beeindruckend intensiv werden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Greenwood-Familie geschildert, die den Bäumen in Kanadas Wäldern verfallen sind. Jeder auf seine Art. Während der eine sie zu Beginn des letzten Jahrhunderts in großem Stile abgeholzt und dadurch auf Augenhöhe mit großen Familien Amerikas wie Rockefeller etc. kommuniziert hat, über den Landstreicher, der sein Leben mit dem Verkauf von Ahornsirup bestreiten musste bis hin zur Umweltaktivistin, die das Leben in einem Bus den gängigen Konventionen vorgezogen hat…

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Lesestoff

Unfuck the Economy von Waldemar Zeiler (Goldmann)

Dass es so nicht weitergehen darf, wissen wir schon lange. Dass es so nicht weitergehen KANN hat uns spätestens die Pandemie 2020 gezeigt, die die (eh schon wackeligen) Grundpfeiler unserer Welt wie wir sie kennen zum Erschüttern gebracht hat. Lieferketten sind zusammengebrochen. Absatzmärkte funktionieren nicht mehr. Humanitäre Katastrophen auf der einen – Altkleiderkollaps auf der anderen Seite des Planeten. Der Grund? Immer der Gleiche. Unser System ist gescheitert. Trotz jahrelangem Wirtschaftswachstums wird unsere Wirtschaft seit Frühjahr 2020 massiv finanziell unterstützt, um sie durch die Krise zu retten. Arbeitslosigkeit, Insolvenzen – wir sind noch nicht am Ende. Waldemar Zeiler zeichnet Szenarien eines neuen Gesellschaftsmodells. Einer Wirtschaft, die sich an den Werten des Menschen und seinen Bedürfnissen (Spoiler: gemeint ist NICHT Konsum) orientiert. Gute Nachrichten: Die Ideen für ein radikal anderes „Normal“ klingen vielversprechend. Bester Zeitpunkt für Change? Jetzt. Lesen und handeln.

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Die Zukunft nach Corona von Matthias Horx (Econ)

Wie eine Krise die Gesellschaft, unser Denken und Handeln verändert. Dass auch dieses Buch dem Thema Corona und den Auswirkungen auf uns und unsere Gesellschaft gewidmet ist, und bereits im Mai erschienen ist, zeigt wieviele Denker, Vor- und Andersdenker sich schon lange vor der aktuellen Pandemie mit unserem System beschäftigt haben. Überrascht sind von den Umständen alle nicht. Gut, im Falle von Matthias Horx liegt die Beschäftigung mit Dingen, die noch vor uns liegen in der Natur der Sache: Als Zukunftsforscher und Gründer des Zukunftsinstituts ist er entsprechend „vorbereitet“ auf alles, was da so kommt. Mit geschultem Blick führt er uns Veränderungen in Gesellschaft, Staat, Wirtschaft etc. vor Augen und versucht durch Re-Gnose (Rückblick) die Angst vor der Zukunft zu nehmen. Denn Veränderungen durch Disruptionen jeglicher Couleur sind wahrhaft nichts Neues. Lernt der Mensch aus der Historie (fingers crossed) kann er die Zeit „nach“ Corona positiv mitgestalten.

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Start your own f*ucking brand von Maria Erixon (Mondial)

Maria Erixon ist die Gründerin der schwedischen Denim-Brand Nudie Jeans. Das Besondere daran? Nudie arbeitet von Anfang an nachhaltig mit immer neuen spannenden Ansätzen und hat inzwischen Kultstatus, der weit über die Eco-Szene hinausgeht. Das Buch habe ich von Maria direkt bekommen. Nach einem langen Gespräch über Mode und die Welt. Mit einer Widmung, die mich mächtig stolz macht: „To mimi. Keep up the good work for all our future. Thank you for being part of the sustainable movement. All the best and good luck, Maria“. Klar, dass ich die Story (Maria nennt sie Backstage Story) über Nudie Jeans verschlungen habe. Vom Start-up zur Global Brand – wer träumt nicht davon. Umso schöner, wenn einem eine Ikone wie Maria Einblick in ihr Business gibt – mit Höhen, Tiefen, Herausforderungen, Etappenzielen und unglaublich viel Idealismus, der einen weitermachen lässt, wenn es anders läuft als geplant…

Beim Buchhändler des Vertrauens wird es nicht liegen, aber Marias Buch gibt’s direkt bei Nudie

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