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Wenn nachhaltig das neue Normal ist, muss keiner mehr von Nachhaltigkeit sprechen.

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Warum ich nicht mehr über Nachhaltigkeit sprechen will? Weil a) der Begriff inzwischen inflationär verwendet wird (auch – und vor allem – von Unternehmen, die keinerlei Verantwortung für ihre Lieferkette übernehmen) und b) nachhaltig das neue Normal sein sollte. Genaugenommen: sein MUSS. Warum?

Weil alle 5 Minuten 1 Million neue Kleidungsstücke hergestellt werden. Weil jährlich 40 Mio. Tonnen Altkleider auf dem Müll landen. Weil Deutschland mit über 5 Millionen Paketen und 1,3 Milliarden Artikeln Retouren-Europameister ist. Über 90 % dieser Pakete entfallen auf den Modesektor. Weil auf Fast Fashion Ultra Fast Fashion folgt. Weil der enorme CO2 Ausstoß der Textilindustrie, der bis 2030 halbiert werden müsste, stetig weiter ansteigt. Weil Mode zur Wegwerfware geworden ist….

Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Es ändert sich einfach immer noch viel zu wenig viel zu langsam. Nachhaltige Mode ist immer noch in einer Nische. Es wird zu wenig über die Ausmaße unseres Konsumdrucks und der Gier der Unternehmen gesprochen. Überproduktion, Umweltverschmutzung, Ausbeutung, Kinderarbeit und miese Qualität sind die Folge. Und wen interessiert das? Viel zu wenige. Weil sie es nicht wissen? Weil sie es nicht wissen wollen? Oder weil es ihnen egal ist?

Das macht mich traurig und wütend zugleich. Wie kann es sein, dass wir sehenden Auges Menschen (ja, die Textilarbeiterinnen im Globalen Süden werden für unsere „Geiz ist geil“ Metalität ausgebeutet) und Planeten mit Füßen treten und viel zu wenig dagegen unternommen wird? Von uns und von offizieller Seite.

Ich will nicht mehr über Nachhaltigkeit sprechen. Nachhaltig sollte das neue Normal sein.

Jetzt ist Zeit für Easy Aktivism: Ihr wollt euch für existenzsichernde Löhne entlang der textilen Lieferkette einsetzen? Wir auch. Das geht mit einer einfachen Unterschrift für die EU-Kampagne Good Clothes – Fair Pay, die wir gemeinsam mit Fashion Revolution unterstützen.

Hier für existenzsichernde Löhne unterschreiben >>>

Nachhaltigkeit

Save the date für meine Love Session zum Thema „Let’s make eco the new normal“ beim Women’s Hub

Warum nicht mehr Menschen nachhaltig kaufen? Gute Frage. Meisten bekomme ich folgende Antwort: Nachhaltige Mode kann sich nicht Jede*r leisten? Himmel, wie oft habe ich das gehört. Meine Argumente gegen diese – sorry – Ausrede:

Weniger kaufen ist sehr nachhaltig und kostet – Achtung! – gar nichts.
Kleidertausch kostet ebenfalls nichts und man kann seine Schrankleichen gegen neue Lieblingsstücke tauschen
Second Hand kaufen ist nachhaltig und kostet auch nicht mehr als Fast Fashion.
Und an all die, die immer noch überteuerte Luxusmarken kaufen, weil es vermeintlich zum guten Stil gehört – ein tolles Stück bei einem der fantastischen Fair Fashion Labels zu erwerben hat viel mehr Stil. Wertschätzung ist nämlich unbezahlbar.

So wie es ist kann es nicht bleiben. Und wir können das ändern. Jeder für sich. Alle gemeinsam. Bis endlich der dringend benötigte Systemwandel kommt. Aber darauf will ich mich nicht verlassen.

Let’s make eco the new normal.

Dazu spreche ich am 1.3.2023 um 20 Uhr im Rahmen (m)einer Love Session des wunderbaren Women’s Hub, der mir und meinem Thema mal wieder (danke, danke, danke!) Sichtbarkeit gibt.
Tickets (ab 15 Euro) gibt’s hier >>>

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