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Was mir gerade hilft? Atmen und Schreien. Klingt komisch? Ist aber so.

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Es gibt diese Momente, Tage, Wochen in denen scheinbar alles schief geht, ich immer wieder gegen Wände laufe und ich mich frage, ob das eigentlich nur mir so geht. Blicke ich mich um, sehe ich überall zufriedene und entspannte Menschen auf Instagram (und auch im echten Leben) beim Spazieren in Wäldern, auf Bergen, an Seen… Wieso haben alle dauernd Zeit und wieso scheint ihnen die Situation in der wir seit 13.3.2020 stecken soviel weniger auszumachen.

Mit dem seit über einem Jahr geltenden Veranstaltungsverbot wurde uns die Geschäftsgrundlage entzogen. Wir haben Fördergelder zurückbeantragt, Videoformate entwickelt, um eine virtuelle GREENSTYLE machen zu können, unsere Website zum Home of Sustainable Fashion ausgebaut, die GMUC agency | for game changer an den Start gebracht, drei weitere GREENSTYLE Events geplant (und wieder abgesagt), den GREENSTYLE (Responsible) Fashion Summit aufgesetzt. Und wir werden demnächst den GREENSTYLE Popup Store @ Rathaus München eröffnen. Langweilig war mir zu keinem Moment. Man kann uns auch nicht vorwerfen, dass wir nicht alles versucht hätten, um unser Business zu retten, uns neu zu erfinden, die Krise als Chance zu nutzen, um unsere Mission fortzusetzen.

Was mir gerade hilft?

Wenn das Ohnmachtsgefühl zu stark wird und atmen nicht mehr reicht, hilft schreien. Zumindest mir.

Mit einer Extraportion Aktionismus lenke ich mich von meinem Ohnmachtsgefühl ab.

Dieser Aktionismus hat bei mir aber auch einen anderen Grund. Ich versuche mich abzulenken. Abzulenken von der Tatsache, dass ich mich seit über einem Jahr eingesperrt, fremdbestimmt, bevormundet, entmachtet, ohnmächtig fühle. Diese Ohnmacht versuche ich jetzt seit über einem Jahr so gut es geht zu kanalisieren. Mit all diesen Aktionen, Formaten, Ideen für GREENSTYLE lenke ich mich von einer Ohnmacht ab, die mir die Luft nimmt.

Mein Geburtstag ist der 3.5. Und da mache ich genau was? Voraussichtlich nichts.

Am kommenden Montag werde ich 50. Die Zahl irritiert mich nicht im mindesten. Aber dass ich meinen fünfzigsten Geburtstag weder mit meinen Freunden noch meiner Familie anständig feiern kann, das tut mir wirklich weh. Klar kann ich auch in ein paar Monaten feiern (oder wann auch immer wir endlich genügend Menschen geimpft haben, damit ein halbwegs normales Leben und auch mein Job wieder funktionieren). Aber mein Geburtstag ist der 3.5. und da mache ich genau was? So wie es aussieht: nichts.

Was mir gerade hilft?

Nach dem Schreien kehrt ein bisschen Ruhe zurück. Ommm.

Was mir geholfen hat? Eine selbstverordnete Schreitherapie.

Was mir am Sonntag wirklich geholfen hat, um diese persönliche, für viele vielleicht nicht nachvollziehbare, weil nicht systemrelevante Krise, zu überwinden? Wir waren mit Leni und Pauli am See. Und ich habe geschrien, bin gerannt, gesprungen, habe mir die Sonne auf die Nase scheinen lassen, habe geatmet und Zeit mit meiner Familie verbracht. Himmel, hat das gutgetan. Jetzt geht’s mir auch schon gleich viel besser. Und irgendwann werde ich ja auch 51 oder 52 oder 53.

Kurzer Themenwechsel: Welcome to my Uniform.

Wenn Ihr wissen wollt, was ich trage? Das ist meine aktuelle Uniform. Lieblingsjeans Stardust von DAWN denim, meine Lieblingsbomberjacke (Vintage) von Diesel, meine 24/7-Sneaker von Nat2 Footwear. Und unten drunter? Das Camisole von Coco Malou Lingerie aus unserer GREENSTYLE Miet-Kapsel „Pauline“ für Fairnica und ein Bralette von Erlich Textil. Die Unterbuxe? Das ginge jetzt aber zu weit 🙂 Neu ist tatsächlich das himmelblaue Tanktop aus Biobaumwolle, recycelter Baumwolle und recyceltem Polyester von American Vintage. Dazu habe ich auch die passende Hose – meine Töchter nennen sie „Mamis 24-Stunden-Hose“, weil ich sie im Homeoffice trage, damit auf der Couch liege und wenn es sein muss auch ins Bett falle. American Vintage ist kein Eco Brand. Aber die Franzosen arbeiten stark am Thema Nachhaltigkeit und stellen dazu viele Prozesse um. Das dauert. Ein Kurswechsel für ein Unternehmen, das schon seit 2005 am Markt tätig ist, kann nur schrittweise erfolgen. Der steigende Anteil an Naturfasern, die Verwendung biologisch abbaubarer Wolle, wassersparende Denimproduktion mit pflanzenbasierten Farben, nachhaltigere Ausrichtung der französischen Firmenzentrale, Minimierung des CO2 Fußabdrucks in den Stores… Wir werden beobachten, welche Schritte die nächsten sein werden.

Und wie geht’s Euch so im Moment? Habt Ihr auch eine „Corona-Uniform“?

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