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Meine Form von Feminismus? Nicht reden sondern machen. Perfektes Symbol: Der Frida-Sweater von The Colorful Crew

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Hätte man mich vor ein paar Jahren gefragt, ob ich Feministin bin, hätte ich schlicht und ergreifend geantwortet: nein. Nicht, weil mir Frauenrechte nicht wichtig wären. Und auch nicht, weil ich mir einfach keine Gedanken über dieses Thema gemacht hätte. Ich war – und bin auch immer noch – der Meinung, dass nicht immer alles einen Namen braucht. So wie im Januar beim Fashion Changers Talk im Kraftwerk während der Berlin Fashion Week. Da ging es um Konsumenten und Prosumenten. Die Frage, wieviel Macht Kundinnen haben und wie sie mit ihren Kaufentscheidungen Veränderungen bewirken können. Prosument? Bei Begriffen dieser Art bekomme ich Gänsehaut. Genauso wie bei Feminismus.

Prosument? Bei Begriffen dieser Art bekomme ich Gänsehaut.

Bei mir stellen sich alle verfügbaren Härchen auf und ich beginne mit den Zähnen zu knirschen. Und das obwohl der Talk fantastisch war – tolle Teilnehmer (Danke an Nike von This is Jane Wayne, Marcus Werner von Viertel Vor, Jörg von Kruse von i+m, die Konsumforscherin Tine Müller und natürlich die wunderbare Esther Rühe von Die Konsumentin, die den Talk moderiert hat).

Feminismus ist so wichtig. Aber braucht’s diesen Namen wirklich? 

Selbstverständlich hat Feminismus seine Daseinsberechtigung. Die Bewegung ist unglaublich wichtig. Ich bin nur der Meinung, wenn man bestimmte Dinge zu lange zerredet, kommt a) nichts dabei raus, weil man mit der Bemerkung „ach, diese Feministinnen“ einfach in eine Schublade gesteckt und nicht wirklich ernst genommen wird. Und b): Warum machen wir uns immer wieder kleiner als wir sind? Klar, Männer verdienen in den gleichen Jobs mehr. Ärgerlich. Und klar, sie gelten immer noch als das starke Geschlecht… Ich sehe mich aber einfach nicht als schwaches Geschlecht. Wir sind Frauen und wir sind immer genauso stark wie wir es zulassen.

Sorry, ich sehe mich einfach nicht als schwaches Geschlecht.

Ich bin mir sicher, dass ich – und alle anderen Frauen eben auch – diversen männlichen Kollegen in einigen Belangen um einiges voraus bin. Diplomatie ist beispielsweise weiblich. Empathie und Teamfähigkeit auch. Das brauche ich aber nicht zu betonen. Ich nutze einfach meine Fähigkeiten, die mir meine wunderbaren Eltern mit auf den Weg gegeben haben für mich und für meine Themen. Für meine Ziele. Für mich als Frau.

Diplomatie, Empathie, Teamfähigkeit – diese Eigenschaften sind definitiv weiblich

Jetzt rede ich natürlich leicht. Wir haben 2018. Starke, tapfere, mutige Frauen haben sich schon vor über 100 Jahren für unsere damals nahezu nicht existenten Rechte eingesetzt und dafür alles riskiert. Und auch die Generationen später haben uns mit Mut und Engagement den Weg geebnet, den wir heute so mühelos und mit beneidenswert wenigen Stolpersteinen gehen können. Und ich lebe in Deutschland. In Freiheit. In einer Demokratie. Dessen bin ich mir vollkommen bewusst. Und deshalb weiß ich auch zu schätzen, was für ein unverschämter Vorteil das ist.

Ich lebe in einer Demokratie und bin mir über diesen Vorteil durchaus bewusst

Und genau deshalb ist es auch so wichtig, dass wir uns für alldiejenigen Frauen einsetzen, denen es nicht so gut geht wie uns. Die unterdrückt werden, diskriminiert werden. Mit Veranstaltungen wie dem internationalen Women’s March. (Fast) überall auf der Welt sind Frauen auf die Straße gegangen und haben gezeigt, dass wir heute stärker sind denn je. Dass wir uns nichts mehr gefallen lassen wollen. Und das ist gut so. Zusammen sind wir stark. Und jede Einzelne von uns auch. In diesem Sinne: Lang lebe der Feminismus. Oder wie auch immer wir unsere wunderbare Frauenpower benennen wollen. Denn eines ist sicher: #thefutureisfemale

Published: 28.2.2018, 17.40 Uhr

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