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Die perfekte Kombination von Nachhaltigkeit und High Fashion - das vegane Label Umasan

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Sandra und Anja Umann sind für mich ohne Frage DIE Gurus für vegane High Fashion. Mit ihren japanisch inspirierten, avantgardistischen Kollektionen beweisen die kreativen Zwillingsschwestern, dass Nachhaltigkeit und High Fashion nicht nur zusammen funktionieren, sondern, dass in diesem Konzept die Zukunft liegt. Ich habe den Umasan-Store im Quartier 206 während der Berlin Fashion Week besucht und konnte mir neben der aktuellen Kollektionen einen ersten Eindruck von der unfassbar hautschmeichelnden (wer die Umasan-Teile noch nicht angefasst hat, sollte das unbedingt nachholen, damit er weiß wovon ich spreche!) neuen Kollektion machen. Bei köstlichen veganen Häppchen (und Gummibären) habe ich – begleitet von harmonischen Harfenklängen – eine herrliche Auszeit vom Trubel der Modewoche genossen und Sandra Umann um ein Gespräch über vegane High Fashion gebeten.

vegane High Fashion

Sandra Umann, Umasan

Sandra Umann über vegane High Fashion von Umasan

my-GREENstyle.com: Veganismus wird häufig als Trend bezeichnet. Welche Bezeichnung nutzt Ihr?
Sandra Umann: Wir sehen es vielmehr als einen neuen, zukunftsweisenden Lifestyle. Grundsätzlich geht es darum ein neues Werte- und Qualitätsverständnis zu definieren. Es geht aber auch um eine neue Art der Aufmerksamkeit. Kreativität, nicht Norm, Abstimmung auf Bedürfnisse, nicht Gleichmacherei, ganzheitliches Denken, nicht Schmalspurdenken, verantwortungsvolles Handeln, nicht Starrsinn sind die Schlüssel des Fortschritts und des Designs.

my-GREENstyle.com: Befinden sich in Deinem Kleiderschrank auch „nicht-vegane“ Kleidungsstücke?
S.U.: Ja, leider gibt es da noch einige Relikte aus alten Zeiten, die wir allerdings kaum mehr tragen.

my-GREENstyle.com: Ausschließlich vegane High Fashion aus Eurer eigenen Kollektion, oder tragt Ihr auch andere Labels?
S.U.: Mittlerweile so gut wie nicht mehr, da wir uns so sehr an den Tragekomfort gewöhnt haben und unsere Haut sehr sensibel ist.

my-GREENstyle.com: Und welche?
S.U.: Ein, zwei Teile von YY’s (Anmerkung: Yohji Yamamoto) habe ich wohl noch im Repertoire : )

Reinheit, Ruhe und Respekt für die Natur – Umasan.

my-GREENstyle.com: Der Umasan-Stil in drei Worten?
S.U.: Zeitlos, innovative, puristisch… die Schlichtheit im Design – durch Reduzierung auf das Wesentliche – spielt eine elementare Rolle um eine größtmögliche Klarheit zu schaffen. Wichtig sind für UMASAN Kriterien wie Anmut und unaufdringliche Eleganz. Die Subtraktion steht im Vordergrund nicht die Addition. Durch die Reduktion auf die grundlegende Aussage erhöhen wir die allgemeine Aussagekraft eines Kleidungsstückes, mehr noch seines Trägers. UMASAN greift die fundamentalen Zen-Prinzipien Reinheit, Ruhe und Respekt für die Natur auf und setzt diese in Einklang mit einer neuen, innovativen Design- und Materialsprache.

my-GREENstyle.com: Und wie sieht es mit Deinem privaten Stil aus? Wie würdest Du den beschreiben?
S.U.: Reduziert, klar, kontemporär in black.

Die Umasan-Zielgruppe? Die „change avantgarde” als neue soziale Dimension!

my-GREENstyle.com: Welche Zielgruppe sprecht Ihr mit Umasan an?
S.U.: Die „change avantgarde” als neue soziale Dimension: Eine post-materiell geprägte Gesellschaft, welche nach einer neuen Werteorientierung verlangt, mit dem zentralen Wunsch nach Selbstentfaltung. Das Credo: Eine balancierte Lebensweise im Glauben an die Machbarkeit einer besseren Welt, die nicht durch Verzicht, sondern durch bessere Ideen, intelligente Technologien und aktivem Gemeinsinn erreicht wird. Das Motto: ohne Einschränkung konsumieren und sich dabei sogar besser fühlen. Ferner sprechen wir gern die Leute an, welche sich bisher noch nicht mit dem Thema vegan oder auch green fashion beschäftigt haben bzw. Vorurteile gegenüber diesen Themen haben. Dies gelingt uns ganz gut, indem wir zunächst über das Design ansprechen, die Menschen öffnen sich dann mehr und mehr diesen Themen.

my-GREENstyle.com: Ihr seid bekannt für die Verwendung innovativer Materialien wie Sojaseide, Seacell, Tencel & Co. Gibt es ein Lieblingsmaterial?
S.U.: Ja, wir arbeiten sehr gern mit Tencel C und ganz neu mit recy paper und pet.

my-GREENstyle.com: Wie hoch ist der Recycling-Anteil an Euren Kollektionen?
S.U.: Das sind circa 25 Prozent der Kollektion.

Für jeden Designer gibt es gute Möglichkeiten eine moralische Haltung einzunehmen.

my-GREENstyle.com: Warum trauen sich so viele High-Fashion-Designer immer noch nicht an das Thema Nachhaltigkeit heran?
S.U.: Wir leben in einer Welt des technologischen Fortschritts, der es uns ermöglicht Nachhaltigkeit um vieles einfacher zu praktizieren, als dies noch vor etwa zehn Jahren der Fall war. Leider ist ethisches und nachhaltiges Handeln jedoch immer noch teurer, als die Ignoranz dieser Werte. Die Aufgabe der kommenden Jahre in Wirtschaft und Politik besteht darin, Nachhaltigkeit in der Gesamtbilanz eines Produkts für den Verbraucher günstiger zum machen, als der vergleichbare konventionelle Weg. Dennoch bin ich der Meinung, dass es auch heute schon für jeden Designer gute Möglichkeiten gibt eine moralische Haltung einzunehmen.

my-GREENstyle.com: Und wie sieht die Umasan-Kommunikationsstrategie aus?
S.U.: Für uns besteht die Herausforderung darin besteht, mit den alten „Öko-Klischees“ aufzuräumen. Will sagen, dass wir den Kunden primär über das Design respektive die ästhetische Aussage der Kollektion ansprechen bzw. gewinnen müssen. Den ökologischen Anspruch gibt es dann „on top“ – dies stärkt ggf. eine Kaufentscheidung, sollte jedoch nicht der ausschlaggebende Entscheidungsfaktor sein. Unsere Konsumgesellschaft benötigt den Anreiz schöner Dinge, um Gutes zu tun und der Kunde sollte dabei nicht ein Gefühl von Verzicht bzw. „entweder oder“ verspüren. Die Majorität der „Ökolabels“ auf dem Markt, kommuniziert maßgeblich über den Aspekt des „ökologischen“ und lassen dies auch im Design hervor scheinen.

Design wird in Zukunft nicht mehr ohne Ethik – und Nachhaltigkeitsanspruch bestehen können.

my-GREENstyle.com: Nachhaltige Mode als Massenphänomen. Für Dich vorstellbar?
S.U.: In jedem Fall sehen wir hier die Zukunft, eben auch in der breiten Masse. Design wird in der Zukunft nicht mehr ohne den Ethik – und Nachhaltigkeitsanspruch bestehen können. Qualität definiert sich nicht länger allein über äußerliche Attribute, sondern muss durch ein ganzheitliches Wertekonzept überzeugen. In erster Linie wird ein Produkt zwar immer über außergewöhnliches Design ansprechen, doch Design erfordert zunehmend auch das Umdenken von EGO zu ECO.

my-GREENstyle.com: Was trägst Du gerade?
S.U.: UMASAN – black long dress … perfekt für einem Sommertag wie heute : )

Vielen Dank für das Interview zum Thema vegane High Fashion, Sandra!

Mehr erfahren? Hier geht’s zum Labelporträt von Umasan

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